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dutch design week 16

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dutch design week 16

Letzte Woche organisierte die kh weißensee für uns Studierende einen Ausflug nach Eindhoven auf die Dutch Design Week. 24/5 Design war auf jeden Fall eine Herausforderung, da ich 12 Stunden Design Input täglich zu vor noch nie so wirklich erlebt hatte. Wir wanderten von Werkstätten zu Museen und Austellungen. Überall traf man auf unglaublich viele neue Eindrücke und Materialien, die man so zuvor noch nie so gesehen hatte. Ob einem etwas gefällt, hängt von Stimmung, Optik, Haptik, Geruch, Geräusch und vielen mehreren Faktoren ab. Zuneigung und Interesse ist eines der subjektivsten Dinge, die man sich fast vorstellen kann. Ich selbst bemerke sobald ich in einen Raum komme, was mir zuspricht und was nicht. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, aber selbst wenn man nicht erklären kann warum, weiß man eigentlich ganz genau warum man etwas ansprechend findet.

Als ich in den “Aristotle´s Room” im vanabbe Museum hinein kam, fand ich diesen auf den ersten Blick ansprechend. Wahrscheinlich war er auch ein beruhigender Gegenpol, im Vergleich zu den oft, bis zur Decke mit verschiedenen Kunstwerken, voll gehängten Austellungsräumen davor. Aristotles identifizierte vier Grundfarben, die den vier Elementen, Erde, Feuer, Wasser und Wind, entsprechen. Diese Farbenlehre nahmen verschiedene Studenten in Farbtafeln/Moodboards wieder auf, indem sie die Farbnuancen auf die Natur zurückführten. Bei den Tafeln verschiedener Blaunuancen (letztes Bild) wurde die Erklärung der Farben wie folgt beschrieben: Das Nachthimmelblau (melas katakores) wird durch etwas Licht (leukos) zu einem helleren (kuaneos) blau. Durch immer mehr weißes Licht entsteht das leichte Tageshimmelblau, glaukos.
Jede einzelne Farbtafel brachte bestimmte Stimmungen mit sich und führte zu Abneigung oder Anziehung. Hier sah man wie unser Auge tatsächlich funktioniert bzw. reagiert, wenn er verschiedene Farben, die hauptsächlich durch Licht verändert wurden.

Das Oberflächen nicht immer krass aufwendig sein müssen um aufzufallen oder besonders zu sein, beweisen diese Modelle. Das Kunstwerk “Broken White” stellt eine weiß linierte Wand da, die sich über die komplette Ecke eines Austellungsraumes erstreckt. Trotz ihrer Größe wirkt diese jedoch nicht aufdringlich oder erdrückend, sondern eher angenehm und unauffällig. Dies wird auch durch den Geruch von Baby-Puder (auf der Wand) unterstrichen, den man sobald man den Raum betritt riecht. Gerüche, die wir mit bestimmten Situationen assoziieren, rufen Erinnerungen und Gefühle hervor, weshalb wir natürlich auch Sympathie für etwas entwickeln/empfinden können. Auf dem nächsten Bild ist eine alte Holzkomode zu sehen, welche komplett mit Klarlack überzogen wurde. Durch die homogene Fläche die plötzlich daraus entsteht, wird diese nur durch die Versiegelung für mich haptisch total ansprechend. Das letzte Bild zeigt das Model “Kamnine”, einen Abstelltisch aus verschiedenen slovenischen Steinarten. Diese unterschiedlich polierten und geformten Oberflächen, bieten uns Gelegenheit verschiedene Dinge perfekt platzieren zu können.

Das nächste Kunstwerk, das mich durch seine Simplizität beeindruckte, fand ich unter den Masterarbeiten in der Akademie. Der Designer Francesco Pace stellte in seinem Werk “Familiar Stranger” die Erwartungen des Betrachters in Frage. Was erwarten wir, wenn wir einen Gegenstand sehen? Hat ein Objekt, das in einen anderen Kontext gesetzt wird, noch die gleiche Bedeutung? Francesco zeigt hier auf eine ganz besondere, spielerische Weise, dass nicht immer alles so sein muss, wie es zu sein scheint. Die Sekunde des Aufpralls eines Wassertropfens auf der Erde oder auf dem Wasser wird in einer scheinbar harten, festen, schwarzen Fläche verewigt. Bei Berührung der Fläche spürte ich eine Massivität, jedoch auch etwas unglaublich Sanftes durch die Geschmeidigkeit und Glätte des Materials. Wenn etwas robust, jedoch so glatt ist, dass man denkt es wäre weich.

Im Textilmuseum Tilburg wurden uns unter anderem einige tolle Stoffmuster vorgestellt, welche sich durch unterschiedliche Webtechniken, wie Schichtweben (3D-Effekt), hollow yarns oder das einfach Auftrennen/Auseinadernehmen fertiger Garnreihen, unterschieden. Mein Favorit ist auf dem dritten Bild zu sehen. Mit verschiedenen Stoffen und Garnen wurde durch Schichtweben eine Fläche kreiiert, welche durch Überlagerung und Überdruss auf solch einem kleinen Textilstück, auf sich aufmerksam machte.

paminaweiss
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