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self-recovery ?

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self-recovery ?

Mir geht es gut, also bin ich gesund. Gesund heißt nicht glücklich, oder doch? Ich bin glücklich, da ich gesund bin, aber nicht nur deshalb. Eventuell habe ich viel mehr Glück, da ich gesund bin, aber das glücklich Sein beeinflussen noch viel mehr Dinge. Wenn wir in Selbstmitleid verfallen, versuchen andere es mit der Heilung durch Floskeln und Vergleiche: Dir kann es gar nicht so schlecht gehen, du bist doch gesund. Schau dir nur mal Menschen in anderen Ländern an. Lange Rede, viel zu viel Sinn: Es gibt eine Menge verschiedener Arten des „Gutgehen´s“ und des „Selbstgefühl´s“.
Obwohl ich darauf nicht hinaus wollte, bringt tatsächlich so ein Begriff wie Selbstheilung direkt Assoziationen wie Selbstmitleid, Selbstbestimmung, Selbstlosigkeit, etc. mit sich. Wir sollten wahrscheinlich gar nicht allzu häufig in unseren selbstkritischen Gedanken ausschweifen, um nicht genau dieser unerklärlichen Kette von Selbstanalysen zu verfallen.
Dass es Selbstheilung gibt, ist auf jeden Fall in der Materialforschung bereits bestätigt. Also nun der „cut“ und ein Schwenk in die Welt der Materialien und Oberflächen. Der PU-Lack (Polyurethan) beispielsweise besitzt reversible und elastische Wasserstoffbrücken, welche sobald ein Kratzer in der Oberfläche entsteht verschoben bzw. unterbrochen werden. Sobald dies geschieht, suchen die Wasserstoffbrücken nach neuen Andockstellen. Daraufhin bildet das Netzwerk, unter Wärmeeinwirkung, wieder seine ursprüngliche Struktur aus und die Kratzer verschließen sich. Dieser Effekt wird häufig bei Autolacken angewendet und kann als „Reflow Effekt“ bezeichnet werden. Ebenso existieren Materialien wie der selbstheilende Asphalt, der die zwei- bis vierfache Lebensdauer im Vergleich zu anderen Straßenbelägen besitzt. Dieser enthält 1% Stahlwolle. Genau diese Stahlwollfasern ermöglichen das Erhitzen bzw. Aufschmelzen des Bitomens durch Induktionsenergie. Dadurch können sich im Asphalt entstandene Risse wieder schließen.
Obwohl dies nur einige von zahlreichen Beispielen intelligenter Materialien und Oberflächen aufzeigen, finde ich die Intelligenz die in Kleinigkeiten stecken kann, und oft übersehen wird, unglaublich interessant. Als ich das erste Mal Recherchen in diesem Bereich begann, war ich beeindruckt und wie gefesselt, dass etwas dergleichen existiert und wir davon doch so oft gar keine Ahnung haben. In jedem Bereich gibt es eine Menge derartiger Besonderheiten, wobei wir uns leider nicht mit allen beschäftigen können. Trotzdem ist es wichtig einen kleinen „fächerübergreifenden“ Einblick in verschiedene Themen zu bekommen. Und wenn wir dies alles wissen, ist es doch eigentlich gar nicht mehr so wichtig, welches kleine Problem in uns beispielsweise Selbstmitleid hervorgerufen hat. Für die meisten mag das nun eher pragmatisch und gefühlspassiv klingen, jedoch bin ich der Mensch, auf den diese beiden Wörter wahrscheinlich am wenigsten zutreffen. Es geht nur darum seine Zeit für wichtige, wundervolle, interessante und schöne Dinge zu nutzen, anstatt in einer Selbstanalyse stecken zu bleiben. Im Endeffekt ist fast alles heilbar, wenn man logisch/strukturiert, mit Intelligenz und Herz nach einer Lösung sucht.

paminaweiss
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