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we consume, replace and let go _ intro

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we consume, replace and let go _ intro

Der Begriff Mode trägt für unterschiedliche Personengruppen viele Bedeutungen. Einerseits als ein Medium, durch welches es möglich ist ohne Worte zu sprechen und somit unserer Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen; andererseits sei Mode etwas rein Zweckmäßiges und Oberflächliches ohne Substanz. Obwohl man Kunst und Musik wahrscheinlich nicht als oberflächlich bezeichnen würde, wird das Stigma nur dadurch, dass wir Mode auf unserem Körper tragen, gefüttert. Je mehr die Bedeutung von Mode in den verschiedensten Bereichen über die Jahre hinweg gewachsen ist, so hat sich auch deren Ge- und Verbrauch deutlich verändert. Die wachstumsorientierte Textil- und Modebranche, in der ein Materialüberschuss mit Auswirkung von Umweltverschmutzung und Abfall besteht, ist zu einer der umweltschädlichsten Industrien weltweit geworden. Die Beziehungen zwischen Menschen und materiellen Objekten wird immer flüchtiger und distanzierter, was an der steigenden Anzahl der Kollektionen liegt, wodurch der Konsument billige Kleidungsstücke zunehmend als Einweg-Produkt betrachtet. Wir verlieren buchstäblich und bildlich gesehen den Kontakt, als Macher und Träger, in unseren Beziehungen zum Stoff. Trend-orientierte Kleidung wird aufgrund ihres Aussehens beworben, verkauft und gekauft, was davon abhält, eine dauerhafte Beziehung zu seiner Kleidung aufzubauen.
Ebenfalls anzubringen ist der Einsatz schlecht bezahlter Arbeitskräfte, die unter anspruchsvollen körperlichen Bedingungen in Fabriken arbeiten müssen. Ein weiterer negativer Aspekt in der konsumorientierten Modebranche stellt die Abfallmenge, die bei der Herstellung von Kleidung anfällt, dar, wobei schätzungsweise 15-20 Prozent des für die Herstellung eines Kleidungsstücks verwendeten Gewebes anschließend in Verbrennungsanlagen oder der Deponie entsorgt wird.
Dieser sogenannten „Fast Fashion“ entgegnet beispielsweise die Bewegung der „Slow-Fashion“ oder das „Cradle-to-Cradle“- Konzept, welches auf geschlossenen Kreisläufen basiert, die keine Abfälle erzeugen und wertvolle Rohstoffe für uns und zukünftige Generationen erhalten. So konzentriert sich auch ein Großteil der Politik der Nachhaltigkeit in der heutigen Mode auf den Lebensweg von Kleidung nach dem Konsum.

In den folgenden Beiträgen möchte ich das Denken und Handeln in der derzeitigen Modebranche thematisieren, Konzepte, welche für einen Umbruch stehen, anbringen, und Fragen an die Zukunft in Hinblick auf den Einfluss von Design und Mode auf unsere Welt und Gesellschaft stellen.

Design in jeglicher Hinsicht befindet sich in einem sich ständig ändernden Fluss. Tägliche Veränderungen in Technologie, Wirtschaft und Politik haben (in)direkten Einfluss auf uns und den Prozess des Designs.
Abfall ist derzeit ein brisantes Thema in der Modebranche, was kürzlich durch die Nachricht hervorgehoben wurde, dass Burberry im Jahr 2017 unverkaufte Kleidung und andere Waren im Wert von 28,6 Millionen Dollar verbrannt hat. Wären sie nicht verbrannt worden, wäre die Ware auf dem „grauen Markt“ billig verkauft worden und hätte das Gütesiegel Burberry ́s untergraben. Solche Berichte gehören nicht mehr zu Einzelfällen, sondern treten auch bei anderen Marken auf. Das Problem, welches hier auftritt, stellt die Linearität des derzeitigen Systems dar. Große Mengen an Ressourcen werden abgebaut, um Kleidung herzustellen, die in Folge relativ wenig genutzt wird. Der größte Einzelverbrauch an Energie im Zusammenhang mit Kleidung ist die Herstellung von Fasern, wie beispielsweise der Anbau von Baumwolle und die Herstellung synthetischer Polyesterfasern aus Öl. Jedoch gehen diese Ressourcen meist verloren, wenn die Kleidung entsorgt wird. Weltweit werden weniger als 1% des Bekleidungsmaterials zu neuer Kleidung recycelt, 13% werden in der Regel zu weniger wertvollen Anwendungen wie Isolierungen verwendet und 73% werden deponiert oder verbrannt.
Über die letzten Jahrzehnte veränderte sich die Kultur des Designs von rein körperlichen Gegenständen, Ästhetik und Material, hin zu dem Immateriellen, um in direkter Verbindung zu sozialen und kulturellen Aspekten zu stehen. Der sich wiederholende Designprozess setzte sich aus der Problemerkennung, der Prototype-Erstellung und gewissen Tests, welche Innovation veranschaulichen sollen, zusammen. In dem spezifischen Kontext des Modedesigns hat sich der Begriff des Modedenkens „Fashion Thinking“ entwickelt, welcher unter anderem im nächsten Artikel näher betrachtet werden soll.

english version

The term fashion has many meanings for different groups of people. On the one hand as a medium through which it is possible to speak without words and thus to express our personality; on the other hand, fashion is something purely functional and superficial without substance. Although art and music would probably not be described as superficial, the stigma is only fed by the fact that we wear fashion on our bodies. The more the importance of fashion has grown in various areas over the years, the more its use and consumption have changed significantly. The growth-oriented textile and fashion industry, in which there is a material surplus with effects of environmental pollution and waste, has become one of the most polluting industries in the world. The relationship between people and material objects is becoming ever more volatile and distant, due to the increasing number of collections, which is why the consumer increasingly considers cheap clothing to be a disposable product. We literally and figuratively lose contact as doers and wearers in our relationships with the fabric. Trend-oriented clothing is advertised, sold and bought on the basis of its appearance, which prevents it from establishing a lasting relationship with its clothing.
Also to be applied is the use of poorly paid workers who have to work under demanding physical conditions in factories. Another negative aspect in the consumer-oriented fashion industry is the amount of waste generated in the manufacture of clothing, with an estimated 15-20 percent of the fabric used to make a garment subsequently disposed of in incinerators or landfills.
This so-called „fast fashion“ responds, for example, to the „slow fashion“ movement or the „cradle to cradle“ concept, which is based on closed cycles that do not generate waste and preserve valuable raw materials for us and future generations. A large part of the sustainability policy in today’s fashion concentrates on the life cycle of clothing after consumption.

In the following articles, I would like to address the thinking and acting in the current fashion industry, to present concepts that stand for a change, and to ask questions about the future with regard to the influence of design and fashion on our world and society.

Design in every respect is in a constantly changing state of flux. Daily changes in technology, economy, and politics have (in)direct influence on us and the process of design.
Waste is currently a hot topic in the fashion industry, recently highlighted by the news that Burberry burned unsold clothing and other goods worth $28.6 million in 2017. Had they not been burned, the merchandise would have been sold cheaply on the „grey market“ and would have undermined the Burberry ́s seal of approval. Such reports no longer belong to individual cases, but also occur with other brands. The problem here is the linearity of the current system. Large amounts of resources are mined to produce clothing that is subsequently used relatively little. The largest single consumption of energy-related to clothing is the production of fibers such as cotton and synthetic polyester fibers from oil. However, these resources are usually lost when clothing is disposed of. Worldwide, less than 1% of garment material is recycled into new clothing, 13% is typically used for less valuable applications such as insulation, and 73% is landfilled or incinerated.
Over the past decades, the culture of design has changed from purely physical objects, aesthetics, and materials, to the immaterial, to be directly related to social and cultural aspects. The repetitive design process consisted of problem identification, prototype creation, and certain tests to illustrate innovation. In the specific context of fashion design, the concept of fashion thinking „Fashion Thinking“ has developed, which will be examined in more detail in the next article.

sources

Nikolina Šajn (2019:1 f.) – Gwilt und Risanen (2011:88) – David R. Shah (2018:2) – Sandy Black (2019:1 f.)

paminaweiss
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